Inseldamm mit Burgruine Schopflen


Die Insel Reichenau erreicht man mit dem Kraftfahrzeug oder Fahrrad (gut ausgebauter, aber auch stark frequentierter Radweg) über einen 1838 errichteten und knapp 1.8 km langen Inseldamm.

Der Damm, pittoresk auf beiden Seiten von Pappeln gesäumt, ist Endpunkt der 2500 km langen Deutschen Alleenstraße (Startpunkt des 'grünen Bandes' ist die Ostseeinsel Rügen).

Nach dem Jahrhunderthochwasser 1999, als der Damm drei Wochen überflutet war und die Inselbewohner nur noch mit Schiffen das Festland erreichen konnten, wurde der 1,5 km lange Radweg neben der Straße um 90 cm aufgeschüttet. Er dient nun bei Hochwasser als Notweg.

Gleich am Anfang des Fahrdamms befindet sich die Kindlebildkapelle. Bei der frühbarocken Kapelle wurden früher die ungetauften Kinder bestattet - jenseits des heiligen Inselbodens.

Auf dem Damm durchquert man dann das Wollmatinger Ried. Dieses Natur- und Landschaftsschutzgebiet ist das grösste am deutschen Ufer des Bodensees und Heimat von fast 300 Vogelarten und vielen (teilweise seltenen) Pflanzen. Das Ried ist für die Öffentlichkeit gesperrt und kann nur nur im Rahmen der regelmäßig stattfindenden naturkundlichen Führungen des verantwortlichen NABU erkundet werden.
Auf der linken Seite des Damms sieht man nach einem Kilometer die Ruinen der Burg Schopflen. Hier hat der NABU für Vogelfreunde eine Beobachtungsplattform errichtet.

Die Burg Schopflen wurde von den Äbten der Insel Reichenau erbaut, um die Untiefe zwischen der Insel und dem Festland bei Niedrigwasser im Griff zu haben.

Erste Bauten lassen sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Die letzte Burg wurde um 1312 durch Abt Diethelm von Castell errichtet. Die Wasserburg wurde im sogenannten Konstanzer Fischerkrieg 1366 niedergebrannt. Geblieben sind bis heute noch die imposanten etwa zehn Meter hohen und 2.5 m dicken Mauern.
ACHTUNG:
keine Parkmöglichkeiten bei der Ruine. Abstellmöglichkeiten nach einigen hundert Metern am Bruckgraben oder gleich am Beginn des Damms.

Kurz vor dem Bruckgraben und der Reichenauer Brücke, dem eigentlichen Beginn der Insel, empfängt den Besucher eine moderne Statue des Heiligen Pirmin.

Pirmin, dessen Herkunft nicht bekannt ist, zählt zu den Wandermönchen (Benediktiner), die im fränkischen Reich den christlichen Glauben verkündeten und kirchliches Leben neu organisierten. Dabei handelt er im Auftrag der Karolinger, insbesondere von deren Hausmeier Karl Martell.
Zwischen 724 und 726 hielt er sich auf der damals unbewohnten Reichenau auf und war Gründer des Klosters Mittelzell. Später wurde er Patron der Insel.