Die Museen und der Kräutergarten des Wahlafrid Strabo



Wer dîe Bedeutung und den "Geist" der Insel Reichenau besser verstehen will, dem sei ein Besuch der Museen ans Herz gelegt. Und derer gibt es gleich vier:

Im historischen "Alten Rathaus", einem der ältesten Fachwerkhäuser Süddeutschlands (12./15. Jh.) wird die Reichenauer Bürgergeschichte dargestellt. Gegenstand sind der Weinbau, die Fischerei, das Brauchtum und die früheren Wohnverhältnisse. Eine große naturkundliche Ausstellung und wechselnde Gemälde- und Sonderausstellungen runden das Angebot ab.

Geradezu ins Mittelalter abtauchen kann man im größten derneuen Museumsgebäude beim bestehenden Museum im "Alten Rathaus":
In einem abgedunkelten Raum wird in Bild und Text, aber auch interaktiv mit dem Einsatz moderner Medien das "Goldene Zeitalter" der Insel vermittelt. Zu den präsentierten Ausstellungsthemen gehören u.a. die Baugeschichte des Münsters St. Maria und Markus und des Klosters, die Dichtungen des Mönchs Walahfrid Strabo, der auf der Reichenau entstandene so genannte St. Galler Klosterplan, das Wirken des wissenschaftlich tätigen Mönchs Hermann des Lahmen und die Reliquienverehrung. Einen Schwerpunkt bildet die Darstellung der Reichenauer Buchmalerei. Faksimiledrucke der zehn wichtigsten Codices, die 2004 in die Liste des Weltdokumentenerbes "Memory of the World" der UNESCO aufgenommen wurden, geben einen guten Eindruck von ihrer künstlerischen Qualität.
Die zwei kleinen Museumsgebäude St. Georg und St. Peter und Paul erläutern die Baugeschichte der jeweiligen Kirche. Auch die berühmten Wandmalereien der St. Georgskirche oder das Thema Gebetsverbrüderungen werden thematisiert.

Öffnungszeiten aller Museumsgebäude:
  • April - Oktober Di-So jeweils 10.30 - 16.30 Uhr
  • Juli - August Di-So jeweils 10.30 - 17.30 Uhr
  • Nov. - März Sa, So, Feiertag jeweils 14.00 - 17.00 Uhr

Der Kräutergarten des Wahlafrid Strabo


Der kleine Kräutergarten hinter dem Münster St. Maria und Markus im Ortsteil Mittelzell ist eine originalgetreue Rekonstruktion des sog. "Hortulus" aus dem frühen 9. Jahrhundert."De cultura hortorum" oder kurz "Hortulus" ist ein Lehrgedicht, das der junge Mönch des Klosters Reichenau am Bodensee, Walahfrid Strabo, um 827 über den Gartenbau verfasst hat. (Später, von 842 bis 849, wurde Strabo Abt und gilt als einer der bedeutendsten Vorsteher des Klosters.) Im HORTULUS schildert er die in seinem Klostergarten gesammelten Erkenntnisse über Nutzen und Heilwirkungen von Pflanzen, aber auch ihre Symbolkraft und Ästhetik.
Die Rekonstruktion des Gartens am Originalort besteht aus 24 Beeten mit 24 verschiedenen Pflanzen (lediglich den Schlafmohn hat man gegen eine "harmlose" Ziermohnvariante ausgetauscht).
Das Besondere dieses Klostergartens ist seine mittelalterlich strenge Gliederung mit acht rechteckig angeordneten Innenbeeten, umgeben von weiteren 16 Beeten in halber Größe. Alle Beete sind in Holz gefasst und jedes mit nur einer Art bepflanzt, so dass insgesamt vierundzwanzig verschiedene Heilkräuter beherbergt werden.